Schlagwort-Archive: Unterwasserarchäologie

Morgen, 14.12. bei Radio Blau: Im Tempel tauchen!

Legendäre Städte faszinieren. Vor allem, wenn unklar ist, ob es sie tatsächlich gegeben hat; da teilt sich das Publikum häufig in Skeptiker und Befürworter, und diejenigen, die fest daran glauben und sich auf die Suche machen, werden von ihrem sozialen und fachlichen Umfeld bisweilen eher belächelt als unterstützt. Nicht jede Annahme einer irgendwann einmal gewesenen Siedlung ist gleich plausibel, und manche legendären Orte hat es wohl tatsächlich in der überlieferten Form nie gegeben. Aber es ist auch nicht alles Quatsch; denn ab und zu gelingt ja ein positiver Beweis. Niemand würde heutzutage mehr ernsthaft anzweifeln, dass es Troja gibt*, und diese Stadt schien über Jahrhunderte ins Reich der Sagen und Mythen verbannt.

Von Sailko - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Helena von Troja passt hier aus drei Gründen rein: Sie soll auch mal in Herakleion gewesen sein. Beide Städte waren jahrhundertelang verschüttet. Und zu allem Überfluss stammt dieses Fresco auch noch aus Pompei. Als wolle jemand ihre Spur tilgen. Von Sailko, CC BY-SA 3.0

Noch ein bisschen spektakulärer ist es natürlich, wenn so ein sagenhafter Ort sich auch noch am Meeresgrund befindet. Das wirkt noch ein bisschen entrückter. So musste es vielleicht wirklich bis in dieses Jahrtausend dauern; bis es Satellitenfotos, GPS und leistungsstarke Sonargeräte gab nämlich, um die Orte wiederzufinden, über die wir am Mittwoch bei Skulptur Kaputt sprechen wollen: Das alte Königsviertel von Alexandria und die ägyptische Stadt Herakleion/Thonis, deren Existenz nur in sehr wenigen antiken Quellen erwähnt wird und deshalb tatsächlich bis zuletzt angezweifelt wurde.

Wie es Städte aus dem alten Ägypten so an sich haben, war natürlich nicht nur die Entdeckung an sich spektakulär, sondern auch die Fundstücke, die zehn Meter unter der Oberfläche geduldig auf tauchende Archäologen gewartet haben. Vielleicht gestattet mir Lars sogar, ein paar Minuten über Technik zu sprechen. Also Schnorchel** auf und eingeschaltet um 20:00!

 

*Das nehme ich natürlich sofort zurück. Irgendwer bezweifelt das bestimmt. Aber diese Leute nehme ich hier qua Hausrecht mal kurz nicht ernst.

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Verlorene Schätze (2): Ein Mann, ein Schiff, zwei Stricke.

In unserer letzten Sendung bei Radio Blau redeten wir über verlorene Schätze. Eine Geschichte, die uns besonders erzählenswert scheint, ist die von Captain William Kidd. Was macht ausgerechnet diesen Piraten so interessant – war er besonders grausam? Eigentlich nicht. Hat er ganz besonders viele Reichtümer angehäuft? Auch nicht. Hat er die Weltmeere ausgesprochen lange unsicher gemacht? Nö. Kidds Biographie ist vor allem ein Lehrstück über die Zeit, in der er gelebt hat; doch lest selbst!

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Als in der Nordsee noch Mammuts gejagt wurden

Doggerland war unser drittes Thema bei Skulptur kaputt und wurde am 25.08.2015 um 18:00 ausgestrahlt.

Manchmal, wenn die Ebbe in der Nordsee besonders stark ausfällt, kann man vor der englischen und walisischen Küste Baumstümpfe im Meeresboden sehen. Niemand, der heute lebt, kann sich noch an die Wälder erinnern, die dort mal gestanden haben müssen, aber da das Phänomen schon so lange bekannt ist, hat man sich wohl dran gewöhnt, und an und für sich ist ein Baumstumpf ja auch keine Sensation. Aber in unserer heutigen Geschichte Indiz Nummer 1.

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