Schlagwort-Archive: Bronzezeit

In Stein gehauen

Auf der ganzen Welt gibt es Petroglyphen: In Fels geritzte Bilder von Tieren, Menschen, Planeten, abstrakten Mustern und manchmal sogar Schweinkram. Teilweise sind sie älter als alles andere, was ihre Urheber uns hinterlassen haben, und stellen damit das einzige Zeugnis von menschlicher Kultur zu ihrer Zeit dar – wir begeben uns heute abend also bis in die hintersten Winkel der ganz alten Altsteinzeit. Featuring endlich mal wieder einen Block zum Thema Datierungsmethoden! Seid dabei, heute Abend auf Radio Blau um 20:00!

Verschiedene schwedische Felsreliefs, fotografiert von Olof Ekström. CC BY-SA 3.0. Ob die Einfärbungen gemacht werden sollten oder nicht, ist umstritten; hilfreich für den Betrachter sind sie allemal.

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Ein Fluss mit tausend Siegeln

Siedlungen, die selbst nach heutigen Maßstäben als mittelgroße Stadt durchgehen würden. Handelsbeziehungen über viele hundert Kilometer hinweg. Kunst und Kanalisation, Schmuck und Spielzeug, und darüber hinaus eine Fülle von briefmarkengroßen Steintäfelchen, deren Inschrift bis heute Rätsel aufgibt. Keinerlei Anzeichen für kriegerische Aktivitäten. Das ist, zusammengefasst, die Bilanz aus 800 Jahren Bronzezeit im heutigen Pakistan.

Dies ist der sogenannte Priesterkönig von Mohenjo Daro (hochgeladen von Mamoon Mengal, CC BY-SA 1.0). Eigentlich wissen wir gar nicht, ob es Priesterkönige gab. Oder Priester. Oder Könige. Es ist alles ein wildes Mutmaßen.

Eigentlich kaum zu glauben, aber eine der ganz großen frühen Hochkulturen war 3000 Jahre lang mehr oder weniger vergessen. Umso mehr Projektionsfläche bietet sie heutzutage für Interessengruppen aller Couleur, und so muss anscheinend sogar mit Morddrohungen rechnen, wer sich in der Forschung allzu deutlich positioniert, wenn es darum geht, wer sie waren, was aus ihnen wurde und was sie da eigentlich in ihre Täfelchen geritzt haben: Die Menschen der Indus-Kultur. Wir graben mal mit, und geben uns größte Mühe, neutral zu bleiben. Seid dabei, morgen um 20:00 bei Radio Blau!

 

Krieg gehört ins Museum! (1/2: Die Anfänge)

Wir waren mal wieder im Museum! Und zwar im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, in einer Sonderausstellung zum Thema „KRIEG – Eine archäologische Spurensuche“. Erst war ich nicht ganz sicher, ob ich da eigentlich hingehen will. Wer derzeit das Radio einschaltet, kann ja schnell zu dem Schluss kommen, dass es überhaupt nur noch Krieg und Terror auf der Welt gibt. Wir haben uns dann trotzdem aufgerafft und sind im Nachhinein froh darüber.

Bilder gibt's in Halle nur gegen Bares.

Bilder gibt’s in Halle nur gegen Bares.

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Wer Elfenbein will, muss den Spulwurm ertragen.

Was würdet ihr tun, wenn ihr an eurem Arbeitsplatz eine Mumie entdecken würdet? Eine Frage, mit der sich viele noch nie beschäftigt haben. Das ist kein Wunder, denn für die meisten von uns ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass dieses Ereignis eintritt. Hallstätter Bergleute im Jahr 1734 entschieden sich jedenfalls für ein christliches Begräbnis auf dem örtlichen Gottesacker. Für die unterbliche Seele des prähistorischen Mannes im Salz vielleicht eine gute Entscheidung, aus Sicht der Archäologie eher traurig.

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Ohne Salz wär hier gar nichts los!

Der Salzbergbau von Hallstatt war unser siebtes Thema bei Skulptur kaputt. Am 03.12.2015 um 21:00 wurde die Sendung bei Radio Blau ausgestrahlt.

Kochsalz ist vermutlich in den meisten Küchenschränken der preiswerteste Artikel. Außerdem stehen wir ihm auf eine merkwürdig doppelt-ambivalente Art gegenüber; zum einen ist sein Ruf eher schlecht (Blutdruck! Hundepfoten im Winter!), auf der anderen Seite wären Suppe oder Pommes ganz ohne Salz eine ziemlich traurige Angelegenheit. In der Regel nehmen wir seine Existenz aber einfach hin, ohne ihm eine übertriebene Faszination entgegen zu bringen. Beschäftigt man sich aber mit seiner Geschichte und seinem Einfluss auf frühe menschliche Kulturen, kann schnell eine so große Begeisterung entstehen, dass eine Stunde Radiosendung voll ist, ohne dass man auch nur die Hälfte dessen erzählt hat, was erzählenswert gewesen wäre.

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Tirolerhüte und Phallussymbole – die seltsamen Mumien von Friedhof Nr. 5

Ördeks Nekropole aka Xiaohe Mudi aka Friedhof Nr. 5 war unser fünftes Thema bei Skulptur kaputt und wurde am Mittwoch, den 7.10.2015 um 21:00 ausgestrahlt.

Bis zu 80 °C Bodentemperatur im Sommer. Eine Verdunstung, die die Niederschlagsmengen um das 165-fache übersteigt. Mindestens ein Sandsturm in der Woche. Wer würde eine solche Gegend „See mit vielen Zuflüssen“ nennen? Und wer würde ausgerechnet hier einen ausufernden Fruchtbarkeitskult vermuten?

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