Archiv für den Monat April 2016

Krieg gehört ins Museum (2/2): Die Schlacht bei Lützen

Auf die Frage, in welcher Zeit sie am liebsten leben würden, nennen die meisten Deutschen angeblich die 1980er Jahre. Gut, in der betreffenden Umfrage war die Auswahl auf das 20. Jahrhundert beschränkt; wäre dies freier gestaltet gewesen, hätten sich vielleicht auch manche für Sturm & Drang, altes Rom oder die Zukunft interessiert. Wer allerdings halbwegs gleichzeitig laufen und sprechen kann, würde sich (zumindest in Mitteleuropa) wahrscheinlich niemals in die Zeit versetzen lassen wollen, von der wir heute sprechen, nämlich die Jahre von 1618 bis 1648. Was war passiert? Am 23. Mai 1618 schubste man Jaroslav Borsita von Martinic, Wilhelm Slavata und Philipp Fabricius aus einem Fenster. Das war in Prag, wo so etwas weder zum ersten noch zum letzten Mal passieren sollte. Die drei Namen werden kaum noch jemandem etwas sagen, aber im Anschluss an dieses Ereignis, kann man sagen, the shit hit the fan – drei Jahrzehnte Elend und Verwüstung sollten anbrechen. Eine Massenschlacht, die ganze Städte entvölkerte und einen Großteil der Generation als Söldner durch die Lande irren ließ – der Dreißigjährige Krieg.

Die unsterbliche Therese Giehse 1966 als Mutter Courage in Bertolt Brechts gleichnamigem Stück.

Die unsterbliche Therese Giehse, 1966 porträtiert als Mutter Courage in Bertolt Brechts gleichnamigem Stück. Von Günter Rittner, CC BY 3.0, über Wikimedia Commons

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Heute wieder Radio hören! Mitternachtskönige! Pappenheimer! Individuum 8!

Heute bei Radio Blau: Unser zweiter Sendungsteil zum Thema Krieg. Wir begeben uns nur wenige Kilometer von Leipzig weg, aber fast 400 Jahre in der Zeit zurück: Die Schlacht von Lützen, ein dramatischer Tag für so ziemlich alle Beteiligten, inclusive der Pferde.

Schaltet um 20:00 ein (oder vorher, und dann nicht wieder um :)). In Leipzig auf 99,2 (Zentrum/Süden), 89,2 (Nordosten) oder 94,4 MHz (Westen). Oder natürlich im Livestream auf http://www.radioblau.de!

Wallenstein_Hilfegesuch_an_Pappenheim_1632

Der letzte Brief, den Wallenstein an Pappenheim schrieb – er bat um Hilfe gegen die Schweden. Es sollte nicht viel nützen, vor allem für Pappenheim (er starb).